Vorab sei gesagt, dass der Umfang unserer Vorstellung keineswegs der Größe und Bedeutung unserer Gruppe entspricht. Da wir aber keine Freunde von oberflächlichen Texten sind, haben wir es uns nicht nehmen lassen unser Denken, unsere Ansichten und unsere Geschichte einmal etwas ausführlicher aufzuarbeiten.

Der Beginn unserer Geschichte datiert aus dem Frühjahr 2001. Es war ein kleiner, knapp 10-köpfiger unerfahrener Haufen (Durchschnittsalter ca. 20 Jahre), der zu seiner Gründungszeit vor Energie und Tatendrang nur so strotzte. Unser Antrieb war, wie bei so vielen, die Stimmung im Stadion verbessern zu wollen. In dieser Zeit war die Unterstützung von den Rängen bei VfB-Spielen recht dürftig und die Angst vor dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte war präsent wie schon lange nicht mehr. Wir wollten uns jedoch nicht mit der Statistenrolle begnügen und tatenlos zusehen wie sich die Lage immer weiter zuspitzte. Aus dieser Verzweiflung und dem unbedingten Willen, den in dieser Phase unverständlicherweise oft lethargisch wirkenden B-Block mit Aktionen wachzurütteln und alles für unseren am Abgrund stehenden Verein zu geben, entstand letztlich unsere Gruppe. Die Namensfindung würde mit unseren heutigen Standpunkten sicherlich in eine andere Richtung verlaufen, doch gibt es keinen Grund den Ursprung der Gruppe nicht anzuerkennen und nachträglich zu verändern. Unser Gruppenname lautet SUPPORTER BOYZ und darauf sind wir stolz!

Parallel zu dem in den ersten Jahren stets im Mittelpunkt stehenden Ziel des Stimmungsaufschwungs, welches rückblickend aber nur mit relativ mäßigem Erfolg erreicht wurde, wuchs der Gedanke eine Gruppierung mit höherer Mitgliederstärke und mehr Schaffenskraft auf die Beine zu stellen. Zu jener Zeit gab es in den Stehblöcken keinen einzigen wirklich aktiven Fanclub und der Reiz eine neue große Gruppe auf den Weg zu bringen war bei uns unbestritten vorhanden. Unsere fehlende Erfahrung sollte uns von diesem Vorhaben nicht abhalten und so rief man im Sommer 2002 mit drei anderen noch sehr jungen Fanclubs eine Art Interessengemeinschaft - die Infusion1893 – ins Leben.

Die ersten drei Jahre unseres Bestehens waren gekennzeichnet durch eine hohe Fluktuation der Mitglieder sowie einem dreimaligen Blockwechsel. Vermutlich war man auf der Suche nach der eigenen Identität, auf der Suche nach dem Ort, wo man sich am besten selbst verwirklichen konnte. Ohne die ersten Jahre schlecht reden zu wollen, muss man im Nachhinein bilanzieren, dass sie vor allem einen Lern- und Reifeprozess darstellten. Wie erwähnt verließen einige Mitglieder die Gruppe und neue Gesichter kamen hinzu. Längerer Passivität folgte bis auf wenige Ausnahmefälle meist das Ende der Mitgliedschaft. Eine starke Identifikation mit der Gruppe stellte schon damals zweifellos einen wichtigen Faktor im Gruppendenken dar und galt daher als Voraussetzung. Der hohe Anspruch an die Mitglieder ist sicherlich bis heute Hauptgrund für die über die Jahre hinweg zahlreichen Abgänge. Die Anzahl belief sich von Beginn an auf zwölf bis fünfzehn Personen, wobei der harte Kern, sofern man denn bei einer so überschaubaren Gruppe davon sprechen kann, mit der Zeit anwuchs.

Nach internen Streitigkeiten in der Infusion1893 hinsichtlich fehlendem Engagement bei einem Großteil der Mitglieder, stark nachlassender Identifikation unsererseits sowie der mangelnden Perspektive unsere Gedanken und Ziele in diesem Zusammenschluss umsetzen zu können (neben dem Support hatte man sich zwischenzeitlich auch die Umsetzung von Choreographien, die Herausgabe eines Infoflyers und weitere Elemente der aktiven Fankultur auf die Fahnen geschrieben), entschied man sich im Dezember 2004 fortan wieder einen eigenständigen Weg zu gehen. Dieser Schritt war rückblickend betrachtet zweifellos die richtige Entscheidung. In der Zeit danach mehrten sich die Treffen außerhalb des Fußballs und es entstanden langjährige Freundschaften. Das Gemeinschaftsgefühl stieg, unter anderem auch durch die Bewältigung privater Probleme, und unbewusst wurden die Grundsteine für die Gruppe gelegt, welche die SB heute ausmachen und darstellen. Die Personen von damals sind bis heute zum Großteil wichtige Stützen der SB und unsere Heimat im Stadion haben wir im Block 32 in der Cannstatter Kurve gefunden. Die Gruppengröße besaß für uns seit der Trennung von der Infusion1893 keine Bedeutung mehr, nur die Einstellung und der Charakter der jeweiligen Person kann nach unserem heutigen Verständnis die Qualität unserer Gruppe verbessern.

So stießen in den folgenden Jahren nur noch ausgewählte Personen zu unserer Gruppe hinzu, wovon jedoch manche mittlerweile wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Andere hingegen haben bewiesen, dass die Supporter Boyz mehr als nur eine zeitlich begrenzte Spaßveranstaltung für sie sind. Auch wenn dies sicherlich viele von sich behaupten, sehen wir uns nicht als gewöhnlichen Fanclub an, sondern in gewisser Weise durchaus als etwas Besonderes. Was uns alle verbindet ist natürlich die Liebe zum Brustring, jedoch sind eigentlich selbstverständliche Eigenschaften wie Kameradschaft, Aufrichtigkeit untereinander und eiserner Zusammenhalt, welche in der heutigen oberflächlichen Gesellschaft nur noch eine untergeordnete Bedeutung einnehmen, für uns als Gemeinschaft existenziell und Voraussetzung für wahre Gruppenstärke.


Gruppenfoto Supporter Boyz und Working Class